ich bewässere dich, du bewässerst mich, wir trocknen einander nicht aus – wir wachsen.
Geschützt: Mimimimimimi…
nicht zu fühlen, hat mich überleben lassen…
Ergotherapie…
wir hatten heute das Thema „jemand hat eine/n überzogenen Anspruch / Erwartungshaltung an mich und trotzdem versuche ich alles mir Mögliche, diesem Anspruch gerecht zu werden“.. da hilft es mir wenig, wenn ich kognitiv weiß, dass der Anspruch nicht gerechtfertigt ist… Heute durfte ich ins fühlen gehen, dass ich diesem „fremden“ Anspruch nicht entsprechen muss, dass ich es der Person nie Recht machen kann und das ich im Zweifel auch nicht möchte, dass ich solche Menschen in meinem Umfeld habe, die mich und das was ich zu geben habe, nicht wertschätzen können.
Wenn diese Person dann auch noch bockig darauf reagiert (durch Auflegen beim Telefonat oder „wenn du es nicht so machst, wie ich das will, dann brauche ich dich gar nicht„) weil Ihrer überzogenen/narzisstischen Erwartungshaltung nicht entsprochen wird bzw. ich einen engen Bezug zum Verhalten der Eltern dieser Person sehen kann und ich auch bei den Eltern das Verhalten nicht als „angenehm“ empfinde… dann darf ich spüren und die Entscheidung treffen, dass ich solche Menschen nicht mehr in meinem Leben möchte. Manipulation, Abwertung, Respektlosigkeit dulde ich nicht mehr in meinem Umfeld. Und ja, dann komme ich ggf. an den Punkt, dass ich erst einmal alleine dastehe, dass mein freundschaftliches Umfeld sich ausdünnt und ggf. auch die Familie…
Aber lieber bin ich allein als weiterhin in einem destruktiven, dysfunktionalen Umfeld
War ne geile Ergotherapiestunde !!! – hat meine Augen geöffnet und mein Herz und meine Selbstliebe
vierzehnter Mai …
heute vor 4 Jahren wurde ich in eine Klinik eingewiesen. Eine Klinik für Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen. Es war ein Dienstag. Ein Tag wie jeder andere. Nur nicht für mich.
Ich dachte, ich werde verrückt. Auf einmal waren da Bilder vor meinen Augen von Menschen / Dingen, die nicht da waren und schockierende Erinnerungen, körperliche Symptome, die mir die Luft abschnürten und Schmerzen am ganzen Körper. All das konnte ich nicht zuordnen und war heillos mit mir und diesen wiederkehrenden Empfindungen überfordert.
Zwei Wochen später starb meine Mum. Plötzlich. Unerwartet. Hat sie sich aus dem Staub gemacht und mich mit der Aufarbeitung meiner Kindheit & meiner traumatischen Erfahrungen allein gelassen. Ich habe auf so viele Fragen keine Antwort mehr bekommen. Ich hatte nicht mehr die Chance mit ihr über meine Kindheit zu sprechen, über die aufkommenden Erinnerungen zu reden, nach ihrer Sicht zu fragen, ihr zu sagen, was schief gelaufen ist, wofür ich dankbar bin und wofür nicht …
Heute, vier Jahre später, ist Muttertag. Von allen Seiten wird das Muttersein glorifiziert, feiern sich Frauen dafür, dass sie Kinder in diese Welt gesetzt haben unabhängig davon, ob und wie sie ihre Kinder auf diese Welt vorbereitet bzw. wie sie „uns“ in diese begleitet haben. Eine überzogene Selbstbeweihräucherung auf der einen Seite. Ein Konsumereignis, über das der Wert des Mutterseins, in Blumen und Geschenken ausgedrückt wird, auf der anderen. Muttertag als Marketing-Event & Pflichtveranstaltung (der man nachkommt, um den „Familienfrieden“ aufrecht zu erhalten). Sicher kann dieser „Feiertag“ auch Impuls für Mütter sein, ihre traditionelle Rolle kritisch zu hinterfragen. Und im bestmöglichen Fall, hat man tausend gute Gründe um seiner Mutter danke zu sagen. Wenn man dieses „Danke“ nicht fühlt, dann hat auch das seine Gründe.
Meine Worte gehen daher heute nicht an die Mütter sondern an all jene von Gewalt und Vernachlässigung betroffenen „Kinder“, die ihr euch selbst großziehen musstet , ALLES LIEBE ZUM MUTTERTAG!
Ich wünsch euch, dass ihr euch selbst die beste, liebevollste, großzügigste Mutter werdet, die ihr euch vorstellen könnt. Ihr habt das verdient. Bitte seid für euch selbst, die Mutter, die ihr als Kind gebraucht hättet. Ihr könnt das jetzt selbst und ihr macht das großartig.
Traumaintegration
Das Ziel in der Traumabewältigung ist, das Trauma zu lösen und es zu integrieren. Die Integration des Traumas in unsere Lebensgeschichte ist die essentielle Bewältigungsmethode. Integration bedeutet: Einbezug des Traumas in die eigene Biografie. Eine gelungene Traumaintegration bedeutet nicht, dass Trauma ungeschehen zu machen, denn das ist nicht möglich, weil es stattgefunden hat und in unserer Erinnerung und im Gehirn (in der Amygdala) ungeordnet und unlöschbar gespeichert ist. Bei der Trauma- Integration geht es vor allem um Akzeptanz, um Lösen, und um Überwindung, so dass das sogenannte posttraumatische Wachstum, als Ergebnis des Bewältigungsprozesses ermöglicht werden kann.
Woran merke ich, dass mein Trauma integriert ist?
Zur erfolgreichen Integration des Traumas in das Alltagsleben gehört eine angemessene Gefühlsbeteiligung beim Erzählen des traumatischen Ereignisses, die Fähigkeit, dem was geschehen ist, einen Sinn zu verleihen und ihm seinen Platz in der Vergangenheit geben zu können.
Wir können angemessen mit den eigenen Emotionen umgehen und lassen uns nicht mehr automatisch von Reizen, Ereignissen und Situationen triggern und kontrollieren. Das bedeutet: Wir haben gelernt unsere Emotionen wahrzunehmen, sie zu verstehen und annehmen zu können. Sie wegmachen zu wollen, lassen wir hinter uns. Wir reagieren nicht mehr automatisch/impulshaft/im Affekt sondern wir sind frei wählen zu können, wie wir emotional antworten, reagieren und handeln. Wir sind fähig den Raum zwischen Reiz und Reaktion wahrzunehmen und zu nutzen. Es gelingt uns bei Erinnerungen nicht zu dissoziieren und uns nicht von unseren Gefühlen leiten oder überfluten zu lassen, sondern sie der Realität angemessen wahrzunehmen und sie zu regulieren.
Verantwortungsübernahme ist dabei das zentrale Element. Das bedeutet, „wir sind Opfer geworden“ (das können wir rückwirkend nicht mehr verändern) aber wir können lernen und begreifen, dass wir im hier und jetzt nicht mehr Opfer sein müssen, stattdessen entwickeln wir Autonomie und Selbstwirksamkeit.
Reminder… Wut
Selbstakzeptanz…
FragenFreitag…
„glaubst du irgendwann wieder belastbar zu sein oder wird das so bleiben?“
Ich denke, wenn ich erkenne, wo meine Grenzen sind, kann ich sie irgendwann auch gut einhalten bzw. verteidigen. Ich habe die Hoffnung, dass ich dann nach und nach gesunde und mit den mir zur Verfügung stehenden Kapazitäten / Ressourcen ein gutes Leben führen kann. GGF werde ich nie wieder ein HighPerformer aber das war eben auch nur eine Kompensationsstrategie, die ich ablegen darf.
Jetzt gerade funktioniere ich nicht so, wie es in der Gesellschaft bzw. leistungsorientierten Wirtschaft üblich/gewünscht ist. Das lässt mich an den Rand dieser Gesellschaft rutschen und ich muss mich mit vielen Themen befassen wie Systemkritik, welcher meiner Freunde kann mit meinem aktuellen Zustand nicht umgehen und sortiert sich dadurch aus, wie reagiere ich auf Fragen, wo beziehe ich meinen Selbstwert her (wenn nicht über Leistung), wie findet man in dieser Phase neue Freunde / Partner usw. Es gibt aktuell viel zu lernen und es ist unglaublich heilsam sich diesen Themen zu stellen und ein gesundes Rückgrat zu den Themen zu finden.
Rezept
Jage die Ängste fort. Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre. Wird wohl alles noch reichen. Das Brot im Kasten. Und der Anzug im Schrank.
Sage nicht mein. Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh, wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.
Es ist wahr, was sie sagen: Was kommen muss, kommt. Geh dem Leid nicht entgegen. Und ist es da, Sieh ihm still ins Gesicht. Es ist vergänglich wie Glück.
Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät, geht es um dich oder ihn. Den eignen Schatten nimm zum Weggefährten. Feg deine Stube wohl. Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn. Flicke heiter den Zaun und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.
Zerreiß deine Pläne. Sei klug und halte dich an Wunder. Sie sind lang schon verzeichnet im großen Plan.
Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten.
MASCHA KALÉKO
Du darfst Raum einnehmen!
Du bist „zu viel/wenig“, „zu laut/leise“, „zu dick/dünn“, zu „introvertiert / extrovertiert“, „zu anders“, „zu sensibel/unsensibel“, „zu maskulin/weiblich“, „zu übertrieben“ usw.
Das ist die Sprache, die du als erstes in deinem Leben gelernt hast. Von deinen Eltern, deinen Großeltern, deinen Lehrern, deinen engen Bezugspersonen. Von Menschen, die sich gewünscht haben, du mögest so sein, wie es ihren Vorstellungen entspricht.
Das bist nicht DU. Bitte lass dir nie wieder einreden, dass du „zu“ bist – oder besser noch – Lasse dir bitte nie wieder einreden, dass du anders sein musst/sollst.
Du darfst so sein, wie immer du willst.
Verbindung
und wenn wir schon dabei sind, sich Zeit und Raum zu geben. Ich möchte lernen zwischenmenschlich gesunde Beziehungen einzugehen. Mich zu öffnen, mich anzuvertrauen, mich zu zeigen, zu sein und sein zu dürfen wie ich bin, mich nicht mehr zu verbiegen, mich nicht mehr überanpassen, es allen Recht machen zu wollen, aufhören Konflikten aus zu dem Weg zu gehen usw.
Ich bin gespannt darauf…
Self-Care
finde ich total wichtig und wertvoll. Und dennoch. Diese überzogene Fokussierung darauf zu heilen, sich persönlich zu entwickeln, über sich hinaus zu wachsen, sein Potenzial auszuschöpfen und in die Welt zu bringen hat mich depressiv gemacht.
Als traumatisierte Person neige ich dazu, zwanghaft zu sein, im Zweifel perfektionistisch, mich in etwas hinein zu steigern und so habe ich es auch bei meinem Heilungsprozess getan. Auf Druck und Teufel komm raus, wollte ich all das anders machen, was mich Jahrzehnte lang hat überleben lassen. Ich wollte alte Muster so schnell wie möglich abstreifen, hinter mir lassen, war wie von der Tarantel gestochen dabei zu reflektieren, mich zu belesen, alte Wunden aufzukratzen, sie zu säubern, damit sie endlich sauber heilen können…
Was ich dabei nicht bedacht habe. Alles braucht seine Zeit. Unter Druck entstehen Diamanten aber eben keine Leichtigkeit. Ich kann noch so viele Bücher zum Thema Trauma, Heilung lesen und mein Gehirn mit Wissen anfüllen. Wenn es nicht im Gefühl ankommt, kommt es nicht im Gefühl an… und dann findet keine ganzheitliche Veränderung statt (max. eine kognitive).
Was ich sagen will… ich nehme mir jetzt Zeit… ganz viel. und lasse es fliessen.
Reminder… Angst vor Ablehnung
Du hast keine Schuld…
- wenn man dich schlecht behandelt (inkl. Abwertung, Übergriffigkeit)
- wenn man dir Gewalt antut (sowohl psychisch als auch physisch)
- wenn man dich anlügt (betrügt)
- wenn man (dir) Lügen über dich erzählt („du taugst nichts, „du bekommst ja nichts auf die Reihe“, „du bist faul“, „du bist eine Schlampe“ usw.
- wenn du am Ende das Gefühl hast, es läge an dir
Du bist unschuldig !!!!
Eine Folge von (früher) emotionaler Gewalt ist, dass die Opfer Schuldgefühle entwickeln. Das kann mehrere Gründe haben:
- Die Schuld wird ihnen eingeredet (Täter-Opfer Umkehr)
- Sie werden abgewertet und damit schuldig gesprochen
- Ihre Bedürfnisse werden als falsch und unerwünscht gebrandmarkt
- Auf der Suche nach Selbstwirksamkeit suchen sie den Fehler bei sich
Diese Form der Gewalt hinterlässt tiefe Spuren in der Psyche und im Selbstwertgefühl – vor allem wenn sie durch schädigende Bindungspersonen verursacht wurde. Eine dieser Wunden drückt sich z.B. darin aus, dass wir auch noch als Erwachsene eine tiefe Verunsicherung in uns spüren, ob unsere Empfindungen, Impulse und Wahrnehmungen richtig oder gerechtfertigt sind. Wir hinterfragen alles & jeden und vergleichen uns ständig mit anderen – immer in der Hoffnung „Sicherheit und Kontrolle“ zu erlangen. Das hat zumeist fatale Folgen und zeigt sich in Angststörungen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Bindungsschwierigkeiten, Vertrauensproblemen und und und
Kennst du das Gefühl, Schuld zu sein, obwohl du weißt, dass du nur ein Kind warst?
Du möchtest das beenden und heilen?
Aus dem alten Schuldgefühl der Täter-Opfer Umkehr heraus zu heilen ist ein kraftvoller Prozess der Selbstermächtigung. Er ist anstrengend, oft langwierig und hat zur Folge, dass wir uns von vielen Mustern und Menschen trennen dürfen, die uns im hier und jetzt nicht mehr gut tun und die weiterhin die Dynamiken aufrecht erhalten wollen.
Wenn du dich also selbst abwertest, dir psychisch und physisch Gewalt antust, dich selbst belügst und die Augen vor der Wahrheit verschliesst… dann hältst auch du die Dynamik weiterhin aufrecht und steckst weiterhin in der Opferrolle. NUR dass du jetzt eben nicht mehr das Kind bist, dass dem Täter ausgesetzt war und keine Chance hatte – sondern, dass du jetzt der Erwachsene bist, der sich das selbst immer wieder antut… weil er Menschen in sein Leben lässt, die ihn schlecht behandeln.
Du projizierst aber in der Situation selbst deinen ganzen Gram auf die andere Person. Du sagst: “Er oder sie hat mich gerade schlecht behandelt und deswegen fühle ich mich jetzt schlecht!”
Der wesentliche Unterschied zu früher – heute hast du die Macht! Dinge / Umstände / zwischenmenschliche Verbindungen zu verändern, sie anzusprechen, Grenzen zu setzen und oder zu gehen.
Nur so wird es möglich sein, sich Schritt für Schritt – jenseits von Opfer- und Täterschaft – als einen liebenswerten und einzigartigen Menschen wahrzunehmen, seine Stärke zu kennen und auszubauen, zu seinen Schwächen zu stehen und in zwischenmenschlichen Beziehungen zu treten, die sich nicht mehr als Bedrohung anfühlen.
Tief im Inneren schlummert instinktiv in jedem von uns ein Gefühl, wie sich Liebe und echte Verbundenheit anfühlen. Diesen Gefühlen/Impulsen Raum zu geben und sie mit Leben zu füllen, ist ein wichtiger Aspekt der Heilung (Traumaintegration). Damit dies gelingen kann und nicht wieder die alte und tiefe Verunsicherung Raum einnimmt, ist es wichtig, sich mit Menschen, die es aufrichtig gut mit uns meinen, zu unterhalten und zu reflektieren.
FragenFreitag
Geschützt: Schuldgefühle…
Ich bin so unendlich dankbar…
Bist du ein emotional sicherer Mensch?
Kinder brauchen Eltern, die emotionale Stabilität und Einfühlungsvermögen gelernt haben, um selbst zu einem emotional sicheren Erwachsenen zu werden. Glaubst du einer zu sein?
- kannst du zuhören bzw. hören was gesagt wird ohne zu urteilen / zu verurteilen bzw. zu bewerten?
- kannst du mit einem „nein“ umgehen? (wenn du das „nein“ hinterfragst bzw. dir eine Erklärung dafür verlangst/wünschst, dann kannst du damit nicht umgehen :-))
- kannst du deine Enttäuschung und Verletzungen ausdrücken, ohne zu beschimpfen oder anzugreifen bzw. eine Gegenverletzung zu erwirken?
- sprichst du deinem Gegenüber die Perspektive / Gefühle ab, wenn er/sie anderer Meinung ist?
- Wenn du getriggert wird, pausierst du und wählst deine Reaktion bewusst aus?
Kannst du ehrlich zu dir sein? Wieviele Ja/Neins sind es geworden?
Emotional sichere Freunde und Familienmitglieder hinterlassen ein Gefühl von Verständnis und Stabilität. Du kannst dich mit all deinen Ängste / Sorgen / Meinungen an sie wenden. Möchtest du zu so einem emotional sicheren Menschen werden?
- Lerne Selbstvergebung. Dir nicht zu vergeben, ist als würdest du immer wieder einen Gifttrank aus Beschämung und Verurteilung trinken. Du gibst so viel jeden Tag und Fehler passieren, denn wir sind menschlich.
- Baue eine Brücke zwischen deinen unsicheren Anteilen, die emotionale Unsicherheit erleben und Anteilen, die emotionale Stabilität haben. In dieser Verbindung befindet sich Frieden.
- Gib deinen Liebsten eine ehrliche Selbstauskunft, sprecht über eure Gefühle, Gedanken, Zweifel. Bleibe bei dir und berichte von deinem Erleben. Und sei offen für die Selbstauskunft deiner Liebsten. Was sie berichten, ist ihre Wahrheit und kein Angriff auf dich persönlich (solange, sie bei sich bleiben).