Trauma Bonding…

vor 3 Jahren habe ich die wertvollste Lektion in meinem Heilungsprozess machen dürfen. Ich habe einen Mann kennengelernt, der mich auf so vielen Ebenen an den Mann erinnert hat, der mir körperlich und emotional so unendlich weh getan hat. Ich war irritiert darüber, dass ich jemanden als anziehend empfand, der mich an das schrecklichste Ereignis in meiner voran gegangenen Beziehung erinnert hat.

Verwirrt darüber, dass obwohl mein Kopf sagte „lass die Finger davon“ ich eine magische Anziehungskraft verspürte.

Heute weiß ich, dass diese Anziehung nicht gesund war. Heute weiß ich, dass der Mann an sich für mich nicht anziehend war, sondern die Reinszenierung des traumatischen Erlebnisses und die damit unbewusste Wiederholungsdynamik. Heute weiß ich, dass sich Anziehung und Angst im System gleich anfühlen können. Heute weiß ich, dass bestimmte Verhaltensmuster bei Männern ein „no go“ für mich sind und für immer bleiben werden – auch wenn meine Hormone sich im Kreis drehen.

Heute weiß ich, dass es die beste Entscheidung war, diese Tür zu schliessen und auch nicht mehr darüber nachzudenken, sie evtl. wieder öffnen zu wollen.

Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung.

Zwischenstand

Die letzten 12 Post`s, die ich hier verfasst habe, habe ich nie veröffentlicht. Zum einen, weil ich sie für mich erstellt habe, als Tagebuch, als kleinen Reminder, um meinen Gedanken Raum zu geben und im Zweifel sind sie nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Auch, weil ich auf dieser Seite nicht selektiv entscheiden kann, wer was lesen darf.

Die letzten Monate waren geprägt durch Familiendynamiken, Suchtverhalten, Sorge um mir Liebe Personen und diese Monate waren hart und erkenntnisreich. Sie haben mir gezeigt, wie sehr ich an einigen Menschen in meinen Leben hänge und wie sehr ich will, dass sie gesund und glücklich sind.

Diese Monate haben mir aber auch gezeigt, wie schnell ich verloren gehe.

Zeit, dies wieder zu ändern.

Entwurzelung

Sexualisierte Gewalt in der Kindheit, gerade im familiären Nahbereich nimmt dir jegliche Wurzeln, sie schneidet die Verbindung zwischen Familie und dir in zwei Teile. Sie nimmt dir jeglichen Halt und bringt dein ganzes System ins Wanken.

Ohne Wurzeln können wir nur schwer wachsen, weiter kommen und Traumata integrieren.

Sexualisierte Gewalt zerstört Kinderseelen. Vorallem wenn Personen zu denen eine Bindung und Vertrauen aufgebaut wurde, dann so gegensätzlich handeln. Sie nimmt uns den Glauben an das Gute und erschüttert unser Vertrauen in alles und jeden.

Was passiert mit einem Baum ohne Wurzeln? Er stirbt.

FragenFreitag

Thema: Wut & Rachegelüste…

An mich gestellte Frage: „kennst du das, dieses immer wieder hochkochende Bedürfnis, sich zu rächen…das vermeintliche Glück des Ex-Partners zu boykottieren. Ich schäme mich dafür – andererseits: er hat mich so belogen, mir was vorgemacht und mich in einer schlimmen Phase meines Lebens einfach im Stich gelassen, weil ihm SEIN Frieden wichtiger war. Immer wieder verspüre ich das Bedürfnis, ihm Nadelstiche zu verpassen, damit er mich nicht los lassen und einfach aussortieren kann“

Meine Antwort: aus meiner Sicht… bleib in deiner Wut – sie ist wertvoll, sie darf sein, sie ist berechtigt ❤ Verteufle sie nicht ❤ Koste sie aus, lass sie im Zweifel raus (bitte nicht an Menschen / Lebewesen / Pflanzen) sondern auf Knautschkissen oder ein Handtuch drehen bis es so viel Kraft kostet, dass du nicht mehr kannst und dann die Entspannung / das Loslassen geniessen. 

Du wurdest verletzt. Beschämt. Belogen. Vielleicht auch Betrogen. Sowas ist scheisse und das hat niemand verdient. Und das da ein Funken 🙂 Rachegelüst in dir ist, ist sowas von verständlich – ala „ich leide und er macht sich ein schönes neues Leben auf“. Aber weißt du was… du wächst gerade. über dich hinaus ❤ das tut er im Zweifel nicht. Und du darfst selbst entscheiden, bis wann du diese Wut und die Rache noch auskosten magst und ab wann du nicht mehr leiden möchtest… und dann wirst du damit aufhören und in deine volle Kraft kommen… Schmetterling und so ❤

Frage dich bitte auch, warum seine Form von Egoismus „sein Frieden wichtiger“ nicht für dich ok ist. Vielleicht weil „bis das der Tot uns scheidet? Oder in guten wie in schlechten Zeiten?

PS: ich empfinde dich gerade als total reflektiert, aufgeräumt aber auch als sehr tapfer und traurig wahr. So viele Ressourcen – kognitiv wie auch Gefühlstechnisch ❤ du spürst!!! 

Ergotherapie…

wir hatten heute das Thema „jemand hat eine/n überzogenen Anspruch / Erwartungshaltung an mich und trotzdem versuche ich alles mir Mögliche, diesem Anspruch gerecht zu werden“.. da hilft es mir wenig, wenn ich kognitiv weiß, dass der Anspruch nicht gerechtfertigt ist… Heute durfte ich ins fühlen gehen, dass ich diesem „fremden“ Anspruch nicht entsprechen muss, dass ich es der Person nie Recht machen kann und das ich im Zweifel auch nicht möchte, dass ich solche Menschen in meinem Umfeld habe, die mich und das was ich zu geben habe, nicht wertschätzen können.

Wenn diese Person dann auch noch bockig darauf reagiert (durch Auflegen beim Telefonat oder „wenn du es nicht so machst, wie ich das will, dann brauche ich dich gar nicht„) weil Ihrer überzogenen/narzisstischen Erwartungshaltung nicht entsprochen wird bzw. ich einen engen Bezug zum Verhalten der Eltern dieser Person sehen kann und ich auch bei den Eltern das Verhalten nicht als „angenehm“ empfinde… dann darf ich spüren und die Entscheidung treffen, dass ich solche Menschen nicht mehr in meinem Leben möchte. Manipulation, Abwertung, Respektlosigkeit dulde ich nicht mehr in meinem Umfeld. Und ja, dann komme ich ggf. an den Punkt, dass ich erst einmal alleine dastehe, dass mein freundschaftliches Umfeld sich ausdünnt und ggf. auch die Familie…

Aber lieber bin ich allein als weiterhin in einem destruktiven, dysfunktionalen Umfeld
War ne geile Ergotherapiestunde !!! – hat meine Augen geöffnet und mein Herz und meine Selbstliebe

vierzehnter Mai …

heute vor 4 Jahren wurde ich in eine Klinik eingewiesen. Eine Klinik für Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen. Es war ein Dienstag. Ein Tag wie jeder andere. Nur nicht für mich.
Ich dachte, ich werde verrückt. Auf einmal waren da Bilder vor meinen Augen von Menschen / Dingen, die nicht da waren und schockierende Erinnerungen, körperliche Symptome, die mir die Luft abschnürten und Schmerzen am ganzen Körper. All das konnte ich nicht zuordnen und war heillos mit mir und diesen wiederkehrenden Empfindungen überfordert.

Zwei Wochen später starb meine Mum. Plötzlich. Unerwartet. Hat sie sich aus dem Staub gemacht und mich mit der Aufarbeitung meiner Kindheit & meiner traumatischen Erfahrungen allein gelassen. Ich habe auf so viele Fragen keine Antwort mehr bekommen. Ich hatte nicht mehr die Chance mit ihr über meine Kindheit zu sprechen, über die aufkommenden Erinnerungen zu reden, nach ihrer Sicht zu fragen, ihr zu sagen, was schief gelaufen ist, wofür ich dankbar bin und wofür nicht …

Heute, vier Jahre später, ist Muttertag. Von allen Seiten wird das Muttersein glorifiziert, feiern sich Frauen dafür, dass sie Kinder in diese Welt gesetzt haben unabhängig davon, ob und wie sie ihre Kinder auf diese Welt vorbereitet bzw. wie sie „uns“ in diese begleitet haben. Eine überzogene Selbstbeweihräucherung auf der einen Seite. Ein Konsumereignis, über das der Wert des Mutterseins, in Blumen und Geschenken ausgedrückt wird, auf der anderen. Muttertag als Marketing-Event & Pflichtveranstaltung (der man nachkommt, um den „Familienfrieden“ aufrecht zu erhalten). Sicher kann dieser „Feiertag“ auch Impuls für Mütter sein, ihre traditionelle Rolle kritisch zu hinterfragen. Und im bestmöglichen Fall, hat man tausend gute Gründe um seiner Mutter danke zu sagen. Wenn man dieses „Danke“ nicht fühlt, dann hat auch das seine Gründe.

Meine Worte gehen daher heute nicht an die Mütter sondern an all jene von Gewalt und Vernachlässigung betroffenen „Kinder“, die ihr euch selbst großziehen musstet , ALLES LIEBE ZUM MUTTERTAG!

Ich wünsch euch, dass ihr euch selbst die beste, liebevollste, großzügigste Mutter werdet, die ihr euch vorstellen könnt. Ihr habt das verdient. Bitte seid für euch selbst, die Mutter, die ihr als Kind gebraucht hättet. Ihr könnt das jetzt selbst und ihr macht das großartig.

Traumaintegration

Das Ziel in der Traumabewältigung ist, das Trauma zu lösen und es zu integrieren. Die Integration des Traumas in unsere Lebensgeschichte ist die essentielle Bewältigungsmethode. Integration bedeutet: Einbezug des Traumas in die eigene Biografie. Eine gelungene Traumaintegration bedeutet nicht, dass Trauma ungeschehen zu machen, denn das ist nicht möglich, weil es stattgefunden hat und in unserer Erinnerung und im Gehirn (in der Amygdala) ungeordnet und unlöschbar gespeichert ist. Bei der Trauma- Integration geht es vor allem um Akzeptanz, um Lösen, und um Überwindung, so dass das sogenannte posttraumatische Wachstum, als Ergebnis des Bewältigungsprozesses ermöglicht werden kann. 

Woran merke ich, dass mein Trauma integriert ist?

Zur erfolgreichen Integration des Traumas in das Alltagsleben gehört eine angemessene Gefühlsbeteiligung beim Erzählen des traumatischen Ereignisses, die Fähigkeit, dem was geschehen ist, einen Sinn zu verleihen und ihm seinen Platz in der Vergangenheit geben zu können. 
Wir können angemessen mit den eigenen Emotionen umgehen und lassen uns nicht mehr automatisch von Reizen, Ereignissen und Situationen triggern und kontrollieren. Das bedeutet: Wir haben gelernt unsere Emotionen wahrzunehmen, sie zu verstehen und annehmen zu können. Sie wegmachen zu wollen, lassen wir hinter uns. Wir reagieren nicht mehr automatisch/impulshaft/im Affekt sondern wir sind frei wählen zu können, wie wir emotional antworten, reagieren und handeln. Wir sind fähig den Raum zwischen Reiz und Reaktion wahrzunehmen und zu nutzen. Es gelingt uns bei Erinnerungen nicht zu dissoziieren und uns nicht von unseren Gefühlen leiten oder überfluten zu lassen, sondern sie der Realität angemessen wahrzunehmen und sie zu regulieren.

Verantwortungsübernahme ist dabei das zentrale Element. Das bedeutet, „wir sind Opfer geworden“ (das können wir rückwirkend nicht mehr verändern) aber wir können lernen und begreifen, dass wir im hier und jetzt nicht mehr Opfer sein müssen, stattdessen entwickeln wir Autonomie und Selbstwirksamkeit. 

FragenFreitag…

„glaubst du irgendwann wieder belastbar zu sein oder wird das so bleiben?“

Ich denke, wenn ich erkenne, wo meine Grenzen sind, kann ich sie irgendwann auch gut einhalten bzw. verteidigen. Ich habe die Hoffnung, dass ich dann nach und nach gesunde und mit den mir zur Verfügung stehenden Kapazitäten / Ressourcen ein gutes Leben führen kann. GGF werde ich nie wieder ein HighPerformer aber das war eben auch nur eine Kompensationsstrategie, die ich ablegen darf.

Jetzt gerade funktioniere ich nicht so, wie es in der Gesellschaft bzw. leistungsorientierten Wirtschaft üblich/gewünscht ist. Das lässt mich an den Rand dieser Gesellschaft rutschen und ich muss mich mit vielen Themen befassen wie Systemkritik, welcher meiner Freunde kann mit meinem aktuellen Zustand nicht umgehen und sortiert sich dadurch aus, wie reagiere ich auf Fragen, wo beziehe ich meinen Selbstwert her (wenn nicht über Leistung), wie findet man in dieser Phase neue Freunde / Partner usw. Es gibt aktuell viel zu lernen und es ist unglaublich heilsam sich diesen Themen zu stellen und ein gesundes Rückgrat zu den Themen zu finden.

Du darfst Raum einnehmen!

Du bist „zu viel/wenig“, „zu laut/leise“, „zu dick/dünn“, zu „introvertiert / extrovertiert“, „zu anders“, „zu sensibel/unsensibel“, „zu maskulin/weiblich“, „zu übertrieben“ usw.

Das ist die Sprache, die du als erstes in deinem Leben gelernt hast. Von deinen Eltern, deinen Großeltern, deinen Lehrern, deinen engen Bezugspersonen. Von Menschen, die sich gewünscht haben, du mögest so sein, wie es ihren Vorstellungen entspricht.

Das bist nicht DU. Bitte lass dir nie wieder einreden, dass du „zu“ bist – oder besser noch – Lasse dir bitte nie wieder einreden, dass du anders sein musst/sollst.

Du darfst so sein, wie immer du willst.

Self-Care

finde ich total wichtig und wertvoll. Und dennoch. Diese überzogene Fokussierung darauf zu heilen, sich persönlich zu entwickeln, über sich hinaus zu wachsen, sein Potenzial auszuschöpfen und in die Welt zu bringen hat mich depressiv gemacht.

Als traumatisierte Person neige ich dazu, zwanghaft zu sein, im Zweifel perfektionistisch, mich in etwas hinein zu steigern und so habe ich es auch bei meinem Heilungsprozess getan. Auf Druck und Teufel komm raus, wollte ich all das anders machen, was mich Jahrzehnte lang hat überleben lassen. Ich wollte alte Muster so schnell wie möglich abstreifen, hinter mir lassen, war wie von der Tarantel gestochen dabei zu reflektieren, mich zu belesen, alte Wunden aufzukratzen, sie zu säubern, damit sie endlich sauber heilen können…

Was ich dabei nicht bedacht habe. Alles braucht seine Zeit. Unter Druck entstehen Diamanten aber eben keine Leichtigkeit. Ich kann noch so viele Bücher zum Thema Trauma, Heilung lesen und mein Gehirn mit Wissen anfüllen. Wenn es nicht im Gefühl ankommt, kommt es nicht im Gefühl an… und dann findet keine ganzheitliche Veränderung statt (max. eine kognitive).

Was ich sagen will… ich nehme mir jetzt Zeit… ganz viel. und lasse es fliessen.

Du hast keine Schuld…

  • wenn man dich schlecht behandelt (inkl. Abwertung, Übergriffigkeit)
  • wenn man dir Gewalt antut (sowohl psychisch als auch physisch)
  • wenn man dich anlügt (betrügt)
  • wenn man (dir) Lügen über dich erzählt („du taugst nichts, „du bekommst ja nichts auf die Reihe“, „du bist faul“, „du bist eine Schlampe“ usw.
  • wenn du am Ende das Gefühl hast, es läge an dir

Du bist unschuldig !!!!

Eine Folge von (früher) emotionaler Gewalt ist, dass die Opfer Schuldgefühle entwickeln. Das kann mehrere Gründe haben:

  • Die Schuld wird ihnen eingeredet (Täter-Opfer Umkehr)
  • Sie werden abgewertet und damit schuldig gesprochen 
  • Ihre Bedürfnisse werden als falsch und unerwünscht gebrandmarkt
  • Auf der Suche nach Selbstwirksamkeit suchen sie den Fehler bei sich 

Diese Form der Gewalt hinterlässt tiefe Spuren in der Psyche und im Selbstwertgefühl – vor allem wenn sie durch schädigende Bindungspersonen verursacht wurde. Eine dieser Wunden drückt sich z.B. darin aus, dass wir auch noch als Erwachsene eine tiefe Verunsicherung in uns spüren, ob unsere Empfindungen, Impulse und Wahrnehmungen richtig oder gerechtfertigt sind. Wir hinterfragen alles & jeden und vergleichen uns ständig mit anderen – immer in der Hoffnung „Sicherheit und Kontrolle“ zu erlangen. Das hat zumeist fatale Folgen und zeigt sich in Angststörungen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Bindungsschwierigkeiten, Vertrauensproblemen und und und

Kennst du das Gefühl, Schuld zu sein, obwohl du weißt, dass du nur ein Kind warst? 

Du möchtest das beenden und heilen?

Aus dem alten Schuldgefühl der Täter-Opfer Umkehr heraus zu heilen ist ein kraftvoller Prozess der Selbstermächtigung. Er ist anstrengend, oft langwierig und hat zur Folge, dass wir uns von vielen Mustern und Menschen trennen dürfen, die uns im hier und jetzt nicht mehr gut tun und die weiterhin die Dynamiken aufrecht erhalten wollen.

Wenn du dich also selbst abwertest, dir psychisch und physisch Gewalt antust, dich selbst belügst und die Augen vor der Wahrheit verschliesst… dann hältst auch du die Dynamik weiterhin aufrecht und steckst weiterhin in der Opferrolle. NUR dass du jetzt eben nicht mehr das Kind bist, dass dem Täter ausgesetzt war und keine Chance hatte – sondern, dass du jetzt der Erwachsene bist, der sich das selbst immer wieder antut… weil er Menschen in sein Leben lässt, die ihn schlecht behandeln.

Du projizierst aber in der Situation selbst deinen ganzen Gram auf die andere Person. Du sagst: “Er oder sie hat mich gerade schlecht behandelt und deswegen fühle ich mich jetzt schlecht!”

Der wesentliche Unterschied zu früher – heute hast du die Macht! Dinge / Umstände / zwischenmenschliche Verbindungen zu verändern, sie anzusprechen, Grenzen zu setzen und oder zu gehen.

Nur so wird es möglich sein, sich Schritt für Schritt – jenseits von Opfer- und Täterschaft – als einen liebenswerten und einzigartigen Menschen wahrzunehmen, seine Stärke zu kennen und auszubauen, zu seinen Schwächen zu stehen und in zwischenmenschlichen Beziehungen zu treten, die sich nicht mehr als Bedrohung anfühlen.

Tief im Inneren schlummert instinktiv in jedem von uns ein Gefühl, wie sich Liebe und echte Verbundenheit anfühlen. Diesen Gefühlen/Impulsen Raum zu geben und sie mit Leben zu füllen, ist ein wichtiger Aspekt der Heilung (Traumaintegration). Damit dies gelingen kann und nicht wieder die alte und tiefe Verunsicherung Raum einnimmt, ist es wichtig, sich mit Menschen, die es aufrichtig gut mit uns meinen, zu unterhalten und zu reflektieren. 

CoachingPreise…

gerade gelesen:

„Devotion, 5 Monate, eine Gruppe, ein Live Event, den Weg gemeinsam mit mir gehen, PRE Preis 25.000 €, mit 1:1 Option 35.000 €
***************************************
oder 4 Monate, ab 18.3, 800 € für alle sozial benachteiligten Personen & 1309 € für alle regulären Käufer (morgen steigt der Preis auf 1.800 €).“
****************************************

… Vielleicht wollen wir Traumatisierten einfach nicht schon „wieder“ drauf zahlen. Viele von uns (gerade bei frühen Traumatisierungen) konnten ihr Potenzial nie entfalten, struggeln evtl. mit dadurch fehlender Schul/Ausbildung, low price jobs, struggeln mit gesundheitlichen Einschränkungen, eingeschränkter Leistungsfähigkeit usw. … dann keine kassenzugelassenen Therapeuten zu finden, (weil mehr Nachfrage als Angebot) und weil man so im mentalen Defizit ist… sich anstatt dessen einen Coach nehmen zu wollen/ nehmen zu müssen, der im Zweifel Preise aufruft, die weit über dem therapeutischen Standard sind… das ist kurz gesagt ganz normaler Kapitalismus. Angebot/Nachfrage machen die Preise. Dafür muss ich nicht projizieren. Ich muss das auch nicht gerecht finden. Und im Zweifel bezahle ich diese Preise nicht. Aber evtl. mit meiner Gesundheit. Frage ist doch, ob und wie sehr sich Coaches durch das Leid anderer bereichern wollen / können und was sie tun müssen bzw. was sie sich selbst erzählen, um das vor sich selbst zu rechtfertigen.

aufgeben…

wenn man schon früh gelernt hat, dass man – egal was man tut, wie sehr man sich auch bemüht oder immer wieder neue Wege findet, um vielleicht doch zu einem anderen Ziel zu kommen – das Ergebnis (den Missbrauch / die Gewalt / die nicht bekommene Liebe) nicht beeinflussen kann… dann gibt man irgendwann auf. Ich habe innerlich schon sehr früh aufgegeben.

Deshalb dissoziierte ich in Übergriffsmomenten. Mein System stellte sich tot. Ich bin aus mir heraus getreten, habe mich und meinen leblosen Körper von oben betrachtet. Ich habe den Schmerz nicht gefühlt. Ich habe nur zugesehen und konnte mich nicht wehren. Und um so öfter mir das passiert ist umso schneller ist dieser Zustand eingetreten… irgendwann bin ich einfach nur noch erstarrt, wenn ich hätte nein sagen wollen oder für mich und meine Rechte einstehen. Ich habe mich dafür geschämt. Ich habe mich dafür abgestraft „dass ich mich nicht gewehrt habe“, ich habe so gar mir die Schuld gegeben, weil ich mich nicht gewehrt habe oder geschrieen oder weggelaufen bin. 

Und dieses „sich nicht wehren können“ begleitet mich noch heute… in ganz vielen Ängsten, im sozialen Rückzug, in der Unfähigkeit anderen Menschen zu vertrauen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. In meiner Unfähigkeit tragfähige Bindungen aufzubauen, mir Hilfe zu holen, mich zuzumuten… Im nicht für sich kämpfen können, Grenzen ziehen, Stopp/nein sagen können…

Freeze ist eine Reaktion auf Trauma… 

Bitte lass mich diesen Zustand auflösen, damit Leben in mich fliessen kann und durch mich hindurch. Nie wieder aufgeben. Nie wieder aushalten. Bitte lass mich wütend werden. 

Bitte lasst mir ein Herz da, wenn es euch ähnlich geht, ihr ähnliche Erfahrungen machen musstest. Bitte lasst mir ein Herz da, damit wir uns verbunden fühlen können. Und gern nehme ich Tipps/Tricks/Heilungsmethoden auf, die mich aus diesem Dauerfreeze rausholen.

wenn die Wut fehlt…

Diese Zeilen habe ich heute gelesen…

„Ich hasse sie dafür, dass sie meine Gefühle nicht ausgehalten haben. Dass sie meine Gefühle verboten haben. Dass sie mich sogar geschlagen haben für meine Gefühle. Dass sie mir gesagt haben, ich bin schuld weil ich nicht lieb bin, weil ich böse bin. Ich hasse sie dafür. Dass sie mich allein gelassen haben. Dass sie nicht ansprechbar waren für mich. Dass sie mich gezwungen haben, ihnen zu helfen weil sie sich keine Hilfe suchen konnten.

Ich hasse sie dafür, dass sie mich dazu gebracht haben, sämtliche Gefühle zu unterdrücken, mich dafür beschämt haben, dass ich ich bin. Dass sie mich missachtet und emotional missbraucht haben. Ich hasse sie dafür, dass sie in mir nicht den Menschen, das Kind, meine Seele gesehen haben. Dass sie zu blind waren und mich deswegen dazu gewzungen haben, für sie Verständnis zu haben. Sonst hätte ich nicht überleben können. Es war keine freie Wahl, es war nicht meine Aufgabe.

Am meisten hasse ich sie dafür, dass sie mir das Grundlebensgefühl mitgegeben haben, dass ich falsch bin und deswegen alleine bleiben werde. Nicht schlimm genug, dass sie sich nicht kümmern konnte, aber mir so als Kind auch die Möglichkeit genommen haben, irgendwo anders eine menschliche Zuflucht zu finden.

So viel Schmerz den sie mir zugefügt haben unter dem Deckmantel von „wir meinen es ja gut“.

Es war aber nicht gut. Es war Missbrauch.

Edit: Und nein, ich wünsche keine Tipps zum Thema Vergebung. Der Hass, sämtliche Gefühle, sind Teil des Prozesses und dürfen ausgedrückt werden. Die Erlaubnis hierzu gebe ich mir selbst.“


und mein Kommentar dazu: ich beneide dich um deine Wut bzw. deinen Hass. Da bin ich noch nicht. Ich gebe immer noch mir die Schuld – obwohl ich es besser weiß. Ich hoffe, irgendwann kommt es im Gefühl an. 

Verantwortung. Deine. Meine.

Ich habe Jahrzehnte lang Verantwortung für andere übernommen. Förmlich an mich gerissen. Mir darüber meine Existenzberechtigung gezogen. Und mich herrlich von mir und meiner Verantwortung für mich abgelenkt. Vielen kommt es zu Gute, dass jemand anderes sich für sie verantwortlich fühlt, Verantwortung übernimmt. So kann man sich herrlich „ausruhen“, „sich klein“ und es sich im Zweifel in seiner Opferrolle gemütlich machen. Das Fatale. Man bleibt klein, hilflos, kommt nicht in seine Kraft. Heisst. Wir haben eigentlich zwei Verlierer. Der, der Verantwortung für andere übernimmt, dabei aber völlig vergisst, gut für sich zu sorgen. Und der, dem die Verantwortung abgenommen wird und der dadurch nie lernt, selbst gut für sich zu sorgen und die Schuld immer im/beim anderen sucht. Keine WinWin-Situation für niemanden.

Scham…

eines meiner Hauptthemen, die mich beschäftigen, lähmen, mich davon abhalten zu agieren und ins Leben zurück zu kehren. Ein mächtiges Gefühl. Heute habe ich dazu etwas für mich sehr einleuchtendes gefunden und das möchte ich teilen bzw. als Reminder für mich hier festhalten.

auch zu finden auf Instagram unter nervensystem.akademie. Ich bin so unendlich dankbar, dass es mittlerweile so viele Menschen gibt, die sich mit ihrer psychischen Gesundheit auseinander setzen und Wissen zusammen tragen.

Heute war ein guter Tag…

ein sehr schöner um genau zu sein.

Bestes Wetter in Hamburg. Klare Luft und Sonnenschein. Und ich mit dem Rad unterwegs. Ich hatte früh morgens einen Termin bei der Arbeitsagentur und die Erkenntnis, dass mein funktionierender fassadenaufrechterhaltende Anteil auch seine Vorteile hat. Verbuche ich unter Ressource.

Wieder zu Hause angekommen, habe ich den Haushalt gemacht und Reste verwertet bzw. mir ein Mittagessen gekocht, dass ich nicht gegessen habe. Noch keinen Hunger. Also zum nächsten Termin bei der Physio und der Erkenntnis, dass ich mich mit all meinen Ängsten/Macken zeigen darf und das das liebevoll angenommen und gespiegelt wird. Gamechanger.

Danach mit dem Rad zur Lieblingscousine. Zu Fuss eine RiesenRunde um den See. Bewegung. Traumhaftes Wetter. Wundervolle verbindende Gespräche. Nähe. Intimität. Lachen.

Und um 18 Uhr habe ich dann auch endlich Frühstück / Mittag / Abendbrot gegessen :-)

Guter Tag. Sehr guter Tag.