Hope…

Ich habe mich geändert, ich habe mich gewandelt, ich habe ein neues Leben angefangen. Meine Vergangenheit hat keine Macht mehr über mich. Die Gespenster der Vergangenheit sind dort, wo sie hingehören: in der Vergangenheit. Auch sie haben keine Macht mehr über mich.

ich hoffe, irgendwann kann ich es sagen, so meinen und auch tief in mir spüren.

Daseinsberechtigung

in meinem Heilungsprozess tritt immer wieder ein bestimmtes Thema an die Oberfläche – das Gefühl, dass mir auf einer ganz tiefen Ebene die Daseinsberechtigung entzogen wurde.
Das sie mir fehlt. Diese Berechtigung. Das ich sein darf.

Was muss passieren, dass eine kleine Kinderseele aufgibt „zu sein“, sich anpasst, alles mit sich geschehen lässt, sich selbst ausliefert nur um zu überleben. Die schlimmste aller Verletzungen.

Was bleibt. Ich werde von starken Gefühlen überflutet. Ohnmacht, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Haltlosigkeit. Immer dann, wenn ich unter Menschen bin. Dieses übermächtige Gefühl – den Menschen, ihren Gefühlen und Zuständen schutzlos ausgeliefert zu sein. Das war und ist noch heute das überwältigendste und überforderndste Gefühl, dass ich in mir spüre – nicht unter Menschen sein zu können, ohne mich zu verlieren, mich aufzugeben, ohne Angst zu haben.

Daraus entwickeln sich Überlebensstrategien: Überanpassung. Frühe Selbstständigkeit. Frühe Verantwortungsübernahme. Eine hohe Leistungsorientierung & hohe Produktivität als Berechtigung Raum einzunehmen, zu atmen.

Dilemma: wie jeder andere auch, habe ich ein Bedürfnis nach sozialer Interaktion, nach zwischenmenschlichen, ehrlichen, angstfreien Kontakten auf Augenhöhe. Geachtet, wertgeschätzt & wahrgenommen zu werden. Und in diesem Kontakt liegt diese unheimlich tiefe Verletzung. Ich durfte nicht sein.

„Gott hat dir die Daseinsberechtigung gegeben“. Jetzt lerne ich, sie mir selbst zu geben.

Heilung…

Ich kann „Leid“ im anderen / in der Welt ganz schwer ertragen. Ich hätte mir damals – als Kind – jemanden gewünscht, der mich beschützt und weil das so ist, möchte ich niemanden „allein & unbeschützt“ lassen. 

Möchte ich ihn reparieren? Das fühle ich nicht, denn er ist ja nicht „kaputt“.
Möchte ich Held sein? Auch das fühle ich nicht.
Möchte ich gebraucht werden? Liebe dadurch bekommen?

Ich will nur, dass niemand diesen Schmerz ertragen muss und damit allein bleibt.
Ich darf also fühlen, dass ich mit meinem Schmerz nicht allein bleiben möchte.

Wie ist ein „normal“ gesunder Mensch…

Ich bin aus Gründen wieder einmal damit konfrontiert zu beschreiben, welche Auswirkungen meine traumatischen Erfahrungen haben. Wie erkläre ich einem fremden Menschen, der im Zweifel nur meine Zeilen zu Gesicht bekommt, dass ich als komplex traumatisierte Person gar nicht weiß, wie sich ein „normal“ anfühlt. Was ist denn schon normal? Wie fühlt sich ein „gesund“ an? Wie fühlt es sich an, wenn man „unbelastet“ auf Menschen zugeht, oder im Job agiert oder sich abgrenzt, weil man seine Grenzen wirklich spürt. Wenn das was mich ausmacht – meine Macken, meine Eigenheiten, meine kleinen und großen Spliens, meine Vorlieben, meine Abneigungen – zu 100 % auf Traumata aufbauen. Die Eigenheiten, die mich zu dem machen, wer ich bin. Die mich auch liebenswert machen. Die mich für andere Menschen anziehend machen. Ich weiß nicht, wie es ist „gesund“ zu sein, denn es gab nie eine Zeit im Leben in der ich von mir sagen hätte können, dass keine Auffälligkeiten und Schäden zu erkennen waren. Denn das war „mein“ Normal. Und dieses normal ist nur ins wanken geraten, weil ich angefangen habe mich zu vergleichen. Mit Menschen, die in meinen Augen normal sind? Die Leistungsfähig sind. Die normal interagieren, ohne sich zu unterwerfen oder zu erstarren. Die gut für sich sorgen können und die Spaß empfinden an vielen Dingen, die für mich nur Belastung sind. Ihr normal ist so ganz anders als meins. Wenn man sich also nicht vergleichen soll und trotzdem herausstellen, warum man sich beeinträchtigt fühlt, wie macht man das?

Erstarrungs-Reaktion und Fawn-Response

Mir wird immer wieder bewusst, dass ich da in einem großem Dilemma stecke bzw. mich auch immer wieder in eben diesem wiederfinde. Ich vermeide. Auf ganz vielen Ebenen. Das ist nichts neues :-) Aber mir wird langsam bewusst, dass ich genau genommen die Situationen vermeide, in denen ich innerlich wieder in die Erstarrung und Unterwerfungsmodus komme. Blöderweise kann jede soziale Interaktion das in mir auslösen, es reicht teilweise sogar, wenn ich nur daran denke.

Sicherheit: ich fühle mich nie sicher. Nicht in mir. Nicht unter Menschen. Meine Unsicherheit in mir führt dazu, dass ich mich die ganze Zeit im Außen orientieren will, an den anderen. Das Dilemma, unter Menschen fühle ich mich ja auch nicht sicher. In meiner Wahrnehmung senden Menschen so viele widersprüchliche Signale aus. Mimik passt oft nicht zur Gestik passt nicht zu dem Gesagten und schon dreimal nicht zu dem was ich wahrnehme. Folge: Totale Verunsicherung. Eine tiefe Verunsicherung in meinem eigenen Da Sein als Mensch. Ich fühle mich so falsch, einfach nur weil ich existiere. Ich habe Angst sichtbar zu werden, etwas zu sagen, eine konkrete Handlung zu unternehmen, manchmal so gar zu atmen – aus Angst Reaktionen auszulösen.

Aufmerksamkeit triggert meine soziale Phobie. Ich spüre die Stimmungen im Raum, ich habe Angst die Erwartungen nicht zu erfüllen und vor allem habe ich Angst vor Bewertung / Ablehnung. Das innere Muster in mir stellt sofort – wie im Autopilot – auf „bloß keine Angriffsfläche bieten, sei lieb und artig, mach dich unsichtbar“ (Fawn-Response) und dann verliere ich mich komplett. Werte, die ich für mich vertrete, werden angesichts der Überanpassung über Bord geworfen – so als hätte ich diese nie gehabt. Ein Chamäleon. Das ich nicht sein will. Ich habe das Gefühl, ich darf gar nicht „(m)ein eigener Mensch“ sein. Mit meiner Wahrnehmung, meinen Bedürfnissen, meinem Empfinden und Erleben. Ich muss verschmelzen mit dem System des anderen.

Ein Anteil in mir erträgt dieses Verhalten nicht mehr… diese ferngesteuerte Überanpassung, dieses „sich unterwerfen müssen“, „nicht stark genug zu sein sich zu wehren“, „dieses Gefühl von Ohnmacht und Erstarrung“. Dieser Anteil hasst diese Opferhaltung so sehr, dieses nicht mehr handlungsfähig zu sein, nicht mehr klar denken zu können. Mein ganzes Potenzial (welches ich definitiv auch habe) kann ich nichtmal im Ansatz entfalten.

Der andere Anteil „lächelt freundlich“, macht sich weich und anschmiegsam, anspruchslos, klein und gibt sich völlig auf. Diesem Anteil fällt es nicht mal schwer so zu sein, denn jahrelanges Training macht sich irgendwann bezahlbar – es wird ein Reflex – ich muss nicht darüber nachdenken, ich kann/muss es einfach einschalten wie einen Schalter.. zack… und schon ist da kein eigener Wille mehr.

Es ist eine Kopplung von einem dissoziativen Zustand einerseits nach Innen und nach Außen unterwerfe ich mich aktiv dem was die anderen von mir wollen, so gut ich kann. Es ist jedes Mal ein absoluter Kontrollverlust für mich. Ich fühle mich so ausgeliefert und „durchlebe“ alte Erfahrungen immer und immer wieder. In jedem menschlichen Kontakt.

Mir wird das Ausmaß langsam bewusst. Wie wenig „ich“ und „leben“ bisher in mir steckte. Ich möchte, dass sich das ändert. Wie, weiß ich noch nicht.

Eine Wunde ist eine Wunde…

Schon mal gehört? „Die Zeit heilt alle Wunden“

Es gibt Wunden, die sind deutlich nach außen sichtbar. Narben bleiben. Einschränkungen bleiben. Auch nach Jahren weißt du noch ganz genau, wie und wo und vielleicht durch wen dir diese Wunde zugefügt wurde. Vielleicht trägst du sie mit stolz. Vielleicht hat man dir früh erzählt „Indianer kennen keinen Schmerz“ und diese Wunde zeigt dir jeden Tag deutlich, wie „tapfer“ zu warst. Wie tapfer du für andere sein musstest. Vielleicht zeigt sie dir aber auch jeden Tag, wie schmerzhaft dieser Moment war, als du dir weh getan hast. Als dir jemand anderes weh getan hat.

Diese Wunden haben nichts und doch alles gemein mit den unsichtbaren Wunden. Sie schmerzen. Sie hinterlassen Narbengewebe. Sie erinnern dich, jeden verdammten Tag. Manchmal entzünden sie sich, immer und immer wieder. Manchmal brauchen sie lange, um zu heilen. Manche heilen – gefühlt – gar nicht. Und manchmal werden sie ein Teil von uns und verändern unsere Welt.⁠

Trauma ist so eine Wunde.

Vielleicht nicht immer offensichtlich aber stets präsent.

PS: nicht jede belastende Situation ist gleich ein Trauma. Nicht jedes Trauma führt zu einer Symptomatik! Sowohl unser Körper als auch unsere Seele sind wirklich unglaublich … sie können sich selbst heilen! Wenn wir es zulassen und sie ein wenig dabei unterstützen :-) Mir ist es wichtig, dass unterschieden wird… „Belastung vs. Trauma“. Ich mag den inflationären Gebrauch des Wortes „Trauma“ nicht.

Wie können wir also unseren Körper bzw. auch unsere Seele/Psyche dabei unterstützen, zu heilen?

Druck rausnehmen. Alles hat seine Zeit. UND ja, ich weiß, wie schwer das manchmal ist bzw. wie hart es sein kann, dies zu akzeptieren.

Nicht immer wieder „aufkratzen“. So banal das auch klingt. Keine Wunde heilt, wenn man sie immer wieder aufkratzt. Sie ist da. Du kannst das nicht ändern. Sie verschwindet nicht – auch wenn du all deine Kraft mobilisierst.

Reden hilft. Therapeuten hören zumeist gut zu :-) Freunde auch. Aber nicht immer möchte man seine Familie / Freunde mit seinen Sorgen belasten. Dann kommt wieder die Option „Therapeut“ ins Spiel.

positive Ablenkung „kann“ kurzzeitig dafür sorgen, dass man sich nicht nur „um sich und seine Probleme dreht“. Bewegung, frische Luft, gutes Essen, kleine und große Auszeiten, digitaler Detox… könnte dir gut tun :-) Auch Netflix und co. kann für einen gewissen Moment ablenkend wirken. Auf Dauer wird diese Ablenkung eher zum Vermeidungsverhalten. Auch Kompensationsverhalten darf kritisch beäugt werden. Shopping / Sex / Sport / Alkohol / oder andere Betäubungsmittel … auf Dauer wird das andere Probleme mit sich bringen. Und das wollen wir ja nicht :-)

Kennst du schon die „sieben Säulen der Resilienz„? Hier steckt ganz viel Potenzial um dich bzw. dein Inneres zu stabilisieren und zu stärken.

  • Optimismus
  • Akzeptanz
  • Lösungsorientierung
  • Opferrolle verlassen
  • Verantwortung übernehmen
  • Netzwerkorientierung
  • Zukunftsplanung


Vielleicht wird dir auch immer klarer, dass es nicht nur darum geht, was du erlebt hast sondern was du nicht erleben durftest. Welche Sicherheit, liebevolle Aufmerksamkeit und Beruhigung – im Grunde welche Liebe hast du nicht erhalten? Vernachlässigung ist genauso entwurzelnd wie Trauma. Ich will nicht sagen, dass man all das – was man irgendwann nicht bekommen hat – nachholen kann. ABER wir können im hier und jetzt alles daran setzen, uns unser Leben so schön wie möglich zu machen. Durch Bindung & Stärkung deines Selbst (Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion, Selbstwirksamkeit).

hurt people hurt people

verletzte Menschen, verletzen Menschen

Gehst du damit in Resonanz? Kannst du fühlen/verstehen/begreifen, dass solange wir tiefe innere Wunden mit uns herumtragen, die wir nicht aufgearbeitet bzw. verarbeitet/gelöst/geheilt haben, diese ggf. bewusst/unterbewusst auch weitergeben? An unsere Kinder? An die Menschen um uns herum? Das diese Wunden immer und immer wieder angesprochen werden (aufgekratzt) … durch Blicke, durch Äußerungen, durch Emotionen/Gefühle, durch emotionale und körperliche Gewalt. Und das diese Wunden nicht verheilen können, solange wir zulassen, dass sie immer wieder „aufgekratzt“ werden?

Ich kann entscheiden, ob ich sie heilen lassen möchte. Du kannst das auch!

Dafür darfst du dich mit Themen wie „Opferrolle“, „übernommene Verantwortung“, „Abgrenzung“, „Selbst“, „Trauma“ und vielen mehr auseinander setzen. Mach dich auf den Weg. Hole dir Hilfe. Heile deine Wunden.

z.B. das transgenerationales Trauma: Menschen, also unsere Eltern und Großeltern bzw. die Generationen vor uns, die den Krieg erlebt haben, reagieren oft mit Verdrängung/Abspaltung und haben ihre eigenen traumatischen Situationen selten verarbeitet. Das eine ist das, was ihnen angetan wurde, was sie erleben mussten und das können so schreckliche/grausame Erlebnisse sein, die einfach „unaussprechlich“ sind.

Ich glaube, dass genau darin die Krux besteht. Ich glaube, das Schlimmste ist das Schweigen über das, was „damals“ passiert ist. Durch dieses Schweigen kann man sich nicht mitteilen, man kann sich nicht in seinem Schmerz zeigen, man holt sich keine Hilfe, man heilt nicht. Man verdrängt! Man spaltet sich von sich selbst ab. Von seinen Gefühlen, seinem Schmerz… Vielleicht glaubt man so gar, dass man das irgendwann vergisst, wenn man einfach nicht darüber redet.

Wir alle kennen wohl diese Aussprüche ala „was uns nicht umbringt, macht uns nur härter/stärker“, „ein Indianer kennt keinen Schmerz“ und „die Zeit heilt alle Wunden“.
FUCK NEIN.

Man fühlt, dass etwas passiert ist, aber keiner redet mit einem darüber. Eine Folge davon ist, dass unsere Großeltern und Eltern sehr häufig für uns als Kinder/Enkel nicht sehr empathisch waren. Sie haben uns nicht gesehen/gefühlt weil sie sich selbst nicht mehr gesehen/gefühlt haben. Sie haben uns als Babys schreien lassen, obwohl wir gerade dann Sicherheit und Zuwendung gebraucht hätten. Sie haben uns den Po versohlt mit der puren Hand oder mit Hilfsmittel wie dem Latschen, Holzlöffel, Gürtel, uns Ohrfeigen gegeben, Nackenschläge, weil sie es ggf. selbst so erfahren haben. Sie konnten sich diese körperliche Gewalt an Ihren Kindern/Enkel vor sich selbst und vor anderen damit rechtfertigen, dass dies „ja nicht so schlimm ist, wie das was sie selbst erlebt haben“. Ein aufgeschlagenes Knie ist in ihrem Erleben nun mal nicht so schlimm, wie im Krieg Körperteile zu verlieren, zuzusehen wie jemandem durch Soldaten Gewalt angetan wird oder zu sterben. Ein touchy Onkel ist nicht so schlimm wie eine Vergewaltigung. Emotionaler Missbrauch (wie verbale Angriffe, konstanter Kritik, Manipulation) und körperliche Verletzungen nicht so schlimm ist, wie im Bombenkeller zu sitzen und Todesangst zu haben.

Was bleibt?

Von Generation zu Generation werden diese unbewussten Muster aktiv und passiv weitergegeben. Sie führen zu Traumafolgestörungen, Persönlichkeitsstörungen, psychosomatischen Krankheiten, Süchten, Ängsten usw. und zeigen sich z.B. in Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Vertrauensverlust, Bindungsunfähigkeit, Wahl toxischer Umgebungen & Partnern, Selbstwertproblematiken usw.

Möchtest du diese Wunden heilen?
Für dich. Für dein Umfeld. Für die folgenden Generationen.

Die 4 Reaktionen auf traumatische Ereignisse

Vorab: Ich bin weder Psychologe, Psychotherapeut noch geschult in Traumapsychologie. Da ich selbst betroffen bin, sehe ich diese Beiträge als eine persönliche Aufarbeitung meiner Geschichte. Nicht mehr, nicht weniger. Ich kann und will hier niemanden therapieren! Wenn ich mir und vielleicht auch dir ein wenig Klarheit und Verständnis für dieses Thema näher bringen kann, würde mich das dennoch sehr freuen :-)

Ich habe das Gefühl, dass der Begriff „Trauma“ heutzutage recht inflationär benutzt wird. Nicht jedes belastendes Ereignis (z.B. eine Trennung, Scheidung der Eltern, Tod eines Familienmitgliedes) wird als Trauma definiert. Es kann aber durch Verkettung von Umständen bzw. psychischer Vorbelastung dennoch dazu kommen, dass dies traumatisch auf uns wirkt.

Die folgenden Arten von Trauma sind klar definiert:

  • Schocktrauma
  • Entwicklungstrauma
  • Sekundärtrauma
  • soziales Trauma
  • transgenerationales Trauma

Ich versuche in einzelnen Beiträgen auf die Arten der Traumata einzugehen, kann aber die Seite von Dami Charf als Traumatherapeutin sehr empfehlen.

Bisher galten Kampf (Fight) – Flucht (Flight) – Erstarrung (Freeze) als die 3 Reaktionen auf eine lebensbedrohliche Gefahr bzw. ein traumatisches Ereignis. Pete Walker hat in seinem Buch „The 4Fs: A Trauma Typology in Complex Trauma” nun den Begriff Fawn Respons als die 4. Reaktionsform definiert.

Sobald Gefahr im Verzug ist, springt unser sympathisches Nervensystem an und macht uns bereit, um zu fliehen oder zu kämpfen. Dafür muss viel Energie bereitgestellt werden. Dafür sorgt der Sympathikus. Wir versuchen, die Gefahr zu bekämpfen und wenn Kämpfen nicht möglich ist, zu fliehen. Können wir der Gefahr nicht mehr ausweichen, dann kann es sein, dass wir erstarren. Wir wehren uns nicht mehr und lassen „es“ über uns ergehen. Sehr häufig ist dies davon begleitet, dass wir uns selbst von außen sehen und nicht mehr mit uns verbunden sind, wir sind dissoziiert. Man kann sagen, dass dies eine Schutzvorrichtung der Natur ist, den Schmerz und die Angst nicht mehr voll bewusst zu spüren. Dieses Erstarren wird immer noch durch den Sympathikus gesteuert. Das bedeutet, dass immer noch sehr viel Spannung und Erregung im Körper ist, auch wenn man diese nicht durch Kampf oder Flucht ausagiert.