Heute war ein guter Tag…

ein sehr schöner um genau zu sein.

Bestes Wetter in Hamburg. Klare Luft und Sonnenschein. Und ich mit dem Rad unterwegs. Ich hatte früh morgens einen Termin bei der Arbeitsagentur und die Erkenntnis, dass mein funktionierender fassadenaufrechterhaltende Anteil auch seine Vorteile hat. Verbuche ich unter Ressource.

Wieder zu Hause angekommen, habe ich den Haushalt gemacht und Reste verwertet bzw. mir ein Mittagessen gekocht, dass ich nicht gegessen habe. Noch keinen Hunger. Also zum nächsten Termin bei der Physio und der Erkenntnis, dass ich mich mit all meinen Ängsten/Macken zeigen darf und das das liebevoll angenommen und gespiegelt wird. Gamechanger.

Danach mit dem Rad zur Lieblingscousine. Zu Fuss eine RiesenRunde um den See. Bewegung. Traumhaftes Wetter. Wundervolle verbindende Gespräche. Nähe. Intimität. Lachen.

Und um 18 Uhr habe ich dann auch endlich Frühstück / Mittag / Abendbrot gegessen :-)

Guter Tag. Sehr guter Tag.

Einen Termin am Tag zu haben…

was das derzeit für mich bedeutet? Ja, du liest richtig! EINEN.
Erschöpfung. Schon ein Termin am Tag reicht vollkommen aus und ich bin dermaßen ausgelaugt, dass ich danach meist noch mindestens einen Weiteren brauche, um mich zu erholen. Klingt komisch? Denke ich manchmal auch. Ist aber so.

Ich frage mich oft, wie ich noch vor drei Jahren mein Leben auf die Reihe bekommen habe – mit einem Vollzeitjob, dem Haushalt inkl. täglichen Pflichten und Aufgaben, regelmässigen Vorsorgeterminen, einem Privatleben & sozialen Kontakten.

Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht.

Aktuell reicht ein Termin am Tag aus, um mich lahmzulegen. Habe ich monatelang dagegen angekämpft das zu erkennen? Habe ich monatelang nicht akzeptieren wollen, dass es so ist? Habe ich mich monatelang jeden Tag dafür fertig gemacht, mich abgewertet und mich gefragt: „Warum hast du heute nicht mehr geschafft?“ Ja, Ja und nochmal Ja. Habe ich mir monatelang trotzdem den Terminkalender vollgeballert mit Physio / Psycho / Ergo / Arztterminen in der Hoffnung, dann schneller zu heilen? JA. Und was hat es mir gebracht? Nix, außer, dass ich mir noch mehr Druck gemacht habe, als eh schon. Das mein Stresslevel nicht runter ging und meine Symptome in der Achterbahn Loopings gedreht haben.

Die „alte Anja“ hätte das alles gewuppt, wieso geht das jetzt nicht mehr? Wird das je wieder gehen?

Anzuerkennen, dass ich mit psychischen Erkrankungen und der Aufarbeitung von Traumata völlig ausgelastet bin, kostet mich jeden Tag Überwindung. Es ist so, Ich kann es aktuell nicht ändern. Und ich höre auf, mich dafür auch noch fertig zu machen.

Wenn du dich auch manchmal schlecht deswegen fühlst: Du bist nicht alleine! 

Ausmisten…

wegwerfen, weggeben, verleihen – das kann ich leider so gar nicht. Mir ist bewusst, dass mindestens eine Kompensationsstrategie daran hängt. (Psychologisch gesehen: Materieles von Matre also Mutter. Als Ersatz der nicht gegebenen Mutterliebe… läuft auch gern unter pathologisches Horten).

Fragen, die ich mir in diesem Zusammenhang stellen durfte:

  • Hast du einen geliebten Menschen in der Kindheit verloren?
  • Wurdest du verlassen von einem Elternteil oder wurden von dir in der Kindheit Sachen entfernt?
  • Hast du auch mit Puppen oder Stofftieren gesprochen als wären sie lebendig?
  • Hältst du an jemanden fest?
  • Deine Eltern oder Grosseltern haben den Krieg erlebt und nichts gehabt? Von Trauma zu Trauma übertragen…
  • Wie gehen denn deine Eltern mit Geschenkpapier und Verpackung ect. um? :-)

Meine zukünftige Übung dazu: Ich setze mich an einen ruhigen/stillen Ort, nehme das Teil in die Hand und stelle mir bewusst vor, dass ich xy weggebe oder wegwerfe. Ich…

  • beobachte, welche Gedanken kommen.
  • beobachte, welche Gefühle hochkommen und wo sie im Körper sind.
  • schreibe es auf.
  • mache dies immer wieder mit diesem Gegenstand.
  • Gibt es wiederkehrende Themen in meinen Gedanken?
  • Verändern sich die Gefühle und die Stellen im Körper?
  • Wie verändert es sich? Bleibt es gleich?
  • stelle mir einen Timer – 5 Minuten, höchstens 10. 

Danach schüttle ich meinen Körper kräftig aus und gebe meinem Innen über die Stimme Ausdruck. Nach der Übung trinke ich etwas Warmes und mache es mir gemütlich.


Oder: Nimm xy in die linke Hand (bei Rechtshändern) und frage Dich, ob es Dich glücklich macht. Mir hilft diese Übung dabei, wahrzunehmen, was ich hier habe, alles zu würdigen und wert zu schätzen.


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passiert nicht von selbst, das übe ich jeden Tag aufs Neue.

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Selbstliebe hat nichts mit Eitelkeit und Egoismus zu tun. Sich selbst zu lieben ist vollkommen natürlich. Ohne Liebe sind wir nichts und sie beginnt immer in uns selbst.

Wenn es Dir heute noch niemand gesagt hat: Du bist gut. Genau jetzt und genau so wie du bist.